neuro 01|2012

Herausgeber: Österreichische Gesellschaft für Neurologie

Editorial

  • Editorial 1/12
    Die Jahrestagung 2012 der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie findet – nach der 3. Jahrestagung 2005 – wieder in Graz statt. Die Hauptthemen, die heuer gewählt wurden, stellen wichtige Bereiche der Neurologie in den Mittelpunkt: einerseits die Grauzone zwischen normalem und ...Weiterlesen ...

Focus: Neuroimaging: Möglichkeiten und Grenzen

  • Vorwort: Neuroimaging – was ist möglich, und wo sind die Grenzen?

    Neuroimaging-Methoden sind in der Diagnose, Differenzialdiagnose und Verlaufsbeurteilung neurologischer Erkrankungen unverzichtbar und haben auch zunehmend Gewicht bei Therapieentscheidungen. Ein sinnvoller Einsatz erfordert jedoch umfassende Kenntnisse der Möglichkeiten und Limitationen dieser Methoden.

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  • Neuroimaging bei Schlaganfall

    Die zunehmend breite Verfügbarkeit der Magnetresonanztomographie (MRT) verbunden mit den Weiterentwicklungen dieser Technologie in Hinblick auf Feldstärke und Gerätekonfiguration, Spulensysteme, Pulssequenzen sowie Darstellungs- und Auswertungssoftware erlauben ein immer genaueres und detaillierteres Erfassen von morphologischen und funktionellen Veränderungen des Gehirns und seiner Gefäße. Dies hat für den Einsatz beim Schlaganfall zu einer Fülle neuer Erkenntnisse und Möglichkeiten geführt, die einen wichtigen Beitrag in der Diagnosesicherung liefern, unser pathophysiologisches Verständnis in Bezug auf verschiedene Aspekte des Schlaganfalls vertiefen und immer mehr auch Eingang in das therapeutische Management dieses höchst variablen Krankheitsbildes finden.

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  • Neuroimaging bei multipler Sklerose

    In der Diagnosestellung, Bewertung und Einschätzung der Krankheitsbilder innerhalb des demyelinisierenden Formenkreises ist die Magnetresonanztomographie (MRT) unter den apparativen Methoden einzigartig. Zur Beurteilung der multiplen Sklerose (MS) bietet sie nicht nur hoch sensitive und spezifische diagnostische Information1, 2, sondern lässt auch Einblicke in die Pathologie der Erkrankung zu. Dafür stehen eine Unzahl unterschiedlicher MRT-Methoden zur Verfügung, von denen die konventionelle Bildgebung nur ein Teil ist.

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  • Neuroimaging bei Demenzerkrankungen

    Bildgebende Verfahren haben in der täglichen Routine der Demenzabklärung einen hohen Stellenwert, müssen doch initial differenzialdiagnostisch potenziell behandelbare, nichtdegenerative Ursachen eines kognitiven Abbaus ausgeschlossen werden. So könnten ein Normaldruckhydrozephalus, Hämatome, Tumoren, vaskuläre Läsionen u. a. vorliegen, und in diesen Fällen ist das therapeutische Vorgehen zwangsläufig unterschiedlich zu dem bei Bestehen einer neurodegenerativen Grundlage des demenziellen Abbaus.

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  • Neuroimaging bei Epilepsie

    Die ersten Magnetresonanztomographie-Untersuchungen (MRT-Untersuchungen) bei Menschen wurden in den späteren 1970er Jahren durchgeführt1 und als Routineuntersuchung schon Mitte der 1980er etabliert. Die MRT ermöglicht die detaillierte Übersicht der feinen Strukturen des lebenden menschlichen Gehirns, was früher nur post mortem möglich war. Sehr schnell wurde klar, dass die MRT größere Dimensionen bekommen kann. Mittels MRT können die minimalen Veränderungen des Gehirns, die Epilepsien verursachen, dargestellt werden2, 3. Ein gutes Beispiel dafür ist die Hippocampussklerose, die am häufigsten eine therapieresistente Epilepsie verursacht. Die richtige Diagnostik der Hippocampussklerose ist für den guten postoperativen Outcome entscheidend4, 5. Mit der Entwicklung der MRT begann eine neue Ära auch in der Diagnostik der Malformationen der kortikalen Entwicklung, da diese ebenfalls Therapieresistenz verursachen6. Die MRT ist ein obligatorischer Teil bei der Abklärung der PatientInnen mit Epilepsien.

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  • Neuroimaging bei Parkinson-Syndromen

    Morbus Parkinson (MP) ist neben der Alzheimer-Erkrankung die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung und die häufigste Ursache für die Entwicklung eines Parkinson- Syndroms (PS). Die Diagnose des MP fußt primär auf Anamnese und klinischer Untersuchung (Tab. 1). Dennoch kann die Abgrenzung von milden extrapyramidalen Störungen bei ansonsten gesunden älteren Personen und bei PatientInnen mit psychiatrischen Erkrankungen, von medikamenteninduzierten und vaskulären Parkinson-Syndromen sowie von Tremorsyndromen schwierig sein. Eine Differenzierung zwischen MP und den neurodegenerativen atypischen Parkinson-Syndromen (aPS) wie der Multisystematrophie (MSA, multiple system atrophy), der progressiven supranukleären Paralyse (PSP, progressive supranuclear palsy), der kortikobasalen Degeneration (CBD, corticobasal degeneration) oder der Demenz mit Lewy-Körperchen (DLB, dementia with lewy bodies) ist im Frühstadium klinisch häufig nicht möglich, auch wenn die aPS gegenüber dem MP eine raschere Krankheitsprogression mit einem mittleren Überleben meist unter 10 Jahren, ein vermindertes Ansprechen auf die dopaminerge Therapie und zusätzliche klinische Symptome aufweisen. Bildgebende Untersuchungen können wesentlich zur Diagnostik von Parkinson-Syndromen beitragen und haben in den letzten Jahren einen wichtigen Stellenwert in der klinischen Routine erlangt.

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  • Neuroimaging bei amyotropher Lateralsklerose

    Für das klinische Management von PatientInnen mit Motoneuronerkrankungen (MND) und bei der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) als der häufigsten MND im Erwachsenenalter im Besonderen ist allgemein akzeptiert, dass die Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns und des Rückenmarks ein wesentliches Element der Differenzialdiagnostik darstellt…

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  • Funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT)

    Die fMRT ist in der neurowissenschaftlichen Forschung nicht mehr wegzudenken, ihr klinischer Stellenwert wird gelegentlich kritisch hinterfragt. Der folgende Beitrag stellt sich dieser Diskussion und listet Möglichkeiten und Limitationen der fMRT aus klinischer Perspektive auf.

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  • Ultrahochfeld-MRT (7 Tesla) bei neurologischen Fragestellungen und technische Weiterentwicklungen

    Zurzeit stellen drei große MR-Firmen kommerzielle 7-Tesla-Magnet-Resonanz-( MR-)Geräte für die klinische Forschung bei geeigneter Ethikkommissionsbewilligung zur Verfügung. Während der letzten Jahre hat die Zahl an Installationen von MR-Geräten mit einer Feldstärke von 7 Tesla deutlich zugenommen und beträgt derzeit weltweit ca. 40 Geräte. Diese rasche Zunahme zeigt das zunehmende Interesse an Ultrahochfeld-MR, das sowohl durch verbesserte Ergebnisse hinsichtlich morphologischer Darstellbarkeit als auch durch die Möglichkeit funktioneller und metabolisch-verbesserter Bildgebung bedingt ist.
    Da das Signal-zu-Rausch-Verhältnis linear mit der Feldstärke zunimmt, war die erste offensichtliche Anwendung der erhöhten Empfindlichkeit auf 7 Tesla eine höhere örtliche Auflösung im Gehirn. Von besonderem klinischem Interesse für Neuroapplikationen ist die Darstellung der verschiedenen Schichten des zerebralen Kortex, die auf 7 Tesla auf Grund des verbesserten Signal-zu-Rausch-Verhältnisses, des Kontrast-zu-Rausch-Verhältnisses und der örtlichen Auflösung erreicht werden, nicht jedoch bei niedrigeren Feldstärken. Auf 7 Tesla kann eine örtliche Auflösung in der Ebene von 100–200 Mikrometer erreicht werden, und diese Verbesserung kann z.B. im Nachweis von Veränderungen der kortikalen Strukturen als erste Zeichen einer frühen Demenz sowie in der Darstellung von kleinen Läsionen, Vaskularisation und Myelin-Pathologie in der frühen Phase der multiplen Sklerose weiter helfen.
    Eine weitere Struktur von Interesse ist der Hippocampus, der bisher bei Standard-Feldstärken auf Grund der kleinen Größe und der heterogenen Struktur eine besondere Herausforderung darstellt. Die hoch auflösende Darstellung des Hippocampus ist ohne wesentliche Artefakte mit Sequenzen wie protonengewichteten T2 und T2* möglich, aber auch mit T1-gewichteten 3-D-Gradientenechosequenzen mit einer isotropen Auflösung von 0,5 mm Voxelgröße. Sogar Subeinheiten der internen hippocampalen Anatomie können mit ausgezeichneter Auflösung sichtbar gemacht werden, was die Suche nach klinischen Anwendungen stark gefördert hat.
    Die kryptogene Epilepsie z.B. bleibt weiterhin ein ungelöstes Problem. Bei diesen PatientInnen kann auf MRT-Geräten mit einer Feldstärke von bis zu 3 Tesla keine strukturelle Abnormität gesehen werden. Die höhere Auflösung auf 7 Tesla erscheint vorteilhaft und wird derzeit intensiv untersucht. Erste Untersuchungen werden derzeit an PatientInnen mit bekannter mesialer Sklerose durchgeführt. Darüber hinaus sind auch die mit Demenz vom Alzheimer-Typ assoziierten Veränderungen des Hippocampus von hohem Interesse.

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Kongress-Highlights

  • 3. Tag der Epilepsie 2011, Linz

    Am 10. 12. 2011 fand in Linz zum dritten Mal die von der Abteilung Neurologie mit Stroke-Unit des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Linz organisierte Veranstaltung „Tag der Epilepsie“ statt und bot den TeilnehmerInnen Gelegenheit, sich umfassend über Neuerungen bezüglich Diagnostik, medikamentöse und epilepsiechirur gische Therapiemöglichkeiten sowie alltagsrelevante soziale Probleme rund um das Thema Epilepsie zu informieren.

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  • Highlights der 65. Jahrestagung der American Epilepsy Society 2011

    Die Jahrestagung der American Epilepsy Society ist eine der wichtigsten Fortbildungstagungen für alle im Bereich Epileptologie tätigen Berufsgruppen sowie internationales Forum für den Austausch aktueller Forschungsergebnisse. Bei der Tagung 2011, die Anfang Dezember in Boston stattfand, wurde zudem das 75-jährige Bestehen der Gesellschaft mit einem historischen Rückblick über die Fortschritte in Diagnostik und Behandlung im Rahmen des „Presidential Symposium“ gefeiert.

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  • ÖGSF: 15. Jahrestagung der Österreichischen Schlaganfall-Gesellschaft 2012

    Vom 26. bis 28. Jänner 2012 fand in Innsbruck die 15. Jahrestagung der Österreichischen Schlaganfall-Gesellschaft statt. Themenschwerpunkte im wissenschaftlichen Programm waren der „juvenile Schlaganfall“, die neuen Entwicklungen in der Akuttherapie und Sekundärprävention des Schlaganfalls sowie Hightech-Biomarker für Risikoprädiktion von Gefäßerkrankungen. Neuerlich wurde das „Stroke Unit Betreibertreffen“ abgehalten, das sich zu einer wichtigen Plattform für Meinungsaustausch und Qualitätssicherung entwickelt hat. Neben der Fortbildungsakademie zu den Top-10-Themen im Schlaganfall-Management fand im Vorfeld der Tagung auch ein Pflegesymposium statt. Die OrganisatorInnen freuten sich, insgesamt 480 TeilnehmerInnen begrüßt zu haben.

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Autonome Störungen

Neurogeriatrie

  • Biomarker der Alzheimer-Erkrankung
    Zum Thema Biomarker der Alzheimer-Demenz (AD) wurden in den letzten Jahren zahlreiche Artikel publiziert, wobei vor allem Aβ42, t-Tau (Total-Tau) und p-Tau (Phospho-Tau) aus dem Liquor etabliert sind. Die Parameter Aβ42 und t-Tau zeigen in Bezug auf die AD eine ...Weiterlesen ...

Neuromuskuläre Erkrankungen

  • Small-fiber-Neuropathien: Bestimmung der intraepidermalen Nervenfaserdichte (IENF) in Hautbiopsien

    Die Diagnose einer Small-fiber-Neuropathie stellt immer wieder eine klinische Herausforderung dar, da klinische Untersuchung, Neurographie und Elektromyographie häufig unauffällig sind. In den letzten Jahren hat sich neben der quantitativ sensorischen Testung die Hautbiopsie als Goldstandard zur Diagnose einer Small-fiber-Neuropathie etabliert. Seit Kurzem wird diese Untersuchung auch in Österreich, am Klinischen Institut für Neurologie, Medizinische Universität Wien angeboten. Im Folgenden stellt Priv.-Doz. Dr. Kovacs theoretische und praktische Aspekte dieser Methode dar.
    Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Löscher, Priv.-Doz. Dr. Julia Wanschitz

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Schlafstörungen

Schlaganfall

  • European Stroke Science Workshop 2011

    Im Dezember 2011 veranstaltete die European Stroke Organisation (ESO) in Garmisch-Partenkirchen erstmals einen Stroke Science Workshop. Die rund 100 TeilnehmerInnen erlebten dabei ein äußerst spannendes wissenschaftliches Programm. Die Intention der Veranstalter war es, Top News aus der aktuellen Schlaganfallforschung mit breiter Diskussionsmöglichkeit zu vermitteln.Organisiert und zusammengestellt wurde das Programm von einem Komitee der ESO, das von Heinrich Mattle aus Bern geleitet wurde und dem weiters Michael Brainin, Angel Chamorro, Werner Hacke, Michael Hennerici und Didier Leys angehörten.

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Schmerzmedizin